Privatsphäre? Was ist das?
Wenn es um eine ausgiebige Sammlung an Nutzerdaten geht, dürfte Google so schnell niemand das Wasser reichen können. Mit ihrem StreetView Projekt sehen einige Menschen jedoch einen Eingriff in die Privatsphäre und erheben Klage. Als Antwort auf eine Klageschrift äußerte sich Google nun, dass es so etwas wie Privatsphäre gar nicht mehr gebe.
Das Antwortschreiben zur Klage macht eigentlich weniger deutlich, wie Google mit den gesammelten Daten umzugehen gedenkt. Vielmehr zeigt es auf, wie leicht und häufig man gegenwärtig bereits überwacht wird. Wenngleich dies keine Rechtfertigung ist, um in die Privatsphäre einzudringen.
Im Rahmen der Klageerhebung wurde der Gigant gefragt, ob es in der heutigen Welt nicht noch etwas wie ein absolute Privatsphäre gebe, die unverletzlich sei. Deren Antwort fiel entsprechend trocken aus: „Die heutige Satellitentechnologie hat dazu geführt, dass selbst in der Wüste keine absolute Privatsphäre mehr existiert.“ Geführt wird der Prozess von einem Ehepaar aus Pittsburg, welche Google beschuldigen, in deren Privatsphäre eingedrungen zu sein. Infolge dessen würden sie enormen „psychischen Druck“ gegenüberstehen, nachdem ihr Anwesen auf Google StreetView veröffentlicht wurde. Dennoch bestreiten sie den steinigen Klageweg, obwohl sie durch eine simple Beschwerde, welche über StreetView möglich ist, eine Entfernung des Bildes veranlassen könnten. Google antwortete auf diese Beschuldigungen äußerst ausgiebig: „Nachdem die Kläger diese Bilder entdeckt hatten, hätten sie einfach eine Beschwerde senden können, woraufhin die Bilder entfernt worden wären. Stattdessen klagt man, wegen Hausfriedensbruch, Verletzung der Privatsphäre (…). Die Kläger wollen Schadenersatz aufgrund des ‘psychischen Drucks’, dem sie ausgesetzt seien, sowie der Wertminderung ihres Anwesens, da andere dies online betrachten können. Trotz dieser Verletzungen waren ähnliche Fotos ihres Hauses im Internet bereits öffentlich zugänglich. Durch die Einreichung und insbesondere die Veröffentlichung der Klage zog man nur noch mehr Aufmerksamkeit auf die Sache, anstatt die Bilder mithilfe einer Beschwerde von StreetView zu entfernen.“ Ein zweischneidiges Schwert, da man einerseits argumentiert, man hätte die Bilder unverzüglich gelöscht, nachdem man dazu aufgefordert worden wäre. Andererseits erklärt man, es existiere gar keine Privatsphäre mehr.
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